Kognitive Verfahren

Empfehlungen gemäß S3 Leitlinien,1 ergänzt2

  • Patienten mit leichten kognitiven Störungen (MCI) oder leichter bis mittelschwerer Demenz
  • Falls die Intervention von den Betroffenen als unangenehm erlebt wird, kann sie abgebrochen werden.

Üben spezifischer kognitiver Funktionen durch Aufgaben, einzeln oder in Gruppen.

  • Individualisiert ist besser als standardisiert3
  • Häufiger ist nicht immer besser (richtiges Level finden)2

Durchführung

i.d.R. von (Neuro-)Psycholog:innen, Ergotherapeut:innen, Ärzt:innen oder Sozialpädagog:innen

Download Leitfaden:

Anregung durch angenehme Aktivierungen, die häufig in Gruppen angeboten werden, einen Fokus auf sozialer Interaktion haben und auf eine breite kognitive Aktivierung abzielen, z.B.

  • Orientierung
  • Körperwahrnehmung (Entspannungstraining)
  • Familie und Gesellschaft (Fragen zu Fotos)
  • Reminiszenztherapie (In Erinnerungen schwelgen)
  • Für sich selbst sorgen
  • Haushaltsaktivitäten
  • Tiere und Dinge

Durchführung

i.d.R. von Pflegekräften, Ergotherapeut:innen oder Sozialpädagog:innen

Weiterführende Empfehlungen der Arbeitsgruppe Alzheimer Qualitätshandbuch2

  • Patienten mit leichten kognitiven Störungen (MCI) oder leichter Demenz zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten.

Die Arbeitsgruppe weist auf folgende zwei digitale kognitive Trainings hin, die sie als empfehlenswert einschätzt:2

Beide Apps wurden in interdisziplinären Teams aus medizinischen Fachpersonen und Designern entwickelt. Studien zum Nutzen dieser Apps laufen noch.4,5

Die Arbeitsgruppe empfiehlt die Trainingsdauer auf max. 1 Stunde pro Tag zu beschränken.2

*CE gekennzeichnet

  • Als kognitive Reserve wird die Fähigkeit bezeichnet, schädlichen Auswirkungen von Gehirnveränderungen auf die Kognition abzuschwächen.6,7
  • Körperliche und kognitive Freizeitaktivitäten können zum Erhalt von kognitiven Reserven beitragen.6,7
  • Entsprechend erachtet die Arbeitsgruppe die Förderung von körperlichen, kognitiven und auch sozialen Freizeitaktivitäten als empfehlenswert.2
  • Ergänzende Informationen unter «Gehirngesundheit und Prävention»

Kostenübernahme

Bislang ist keine dieser beiden Apps im Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet.8 Entsprechend werden die Kosten zur Nutzung dieser Apps nicht von den gesetzlichen Krankenversichern getragen.

Referenzen

  1. DGN e. V. & DGPPN e. V. (Hrsg.) S3-Leitlinie Demenzen, Version 5.0, 28.02.2025, verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-013, Zugriff am 13.03.2025.
  2. Projekt-Arbeitsgruppe Alzheimer Qualitätshandbuch der drei Berufsverbände der Fächer Neurologie, Psychiatrie und Nervenheilkunde (BDN/BVDP/BVdDN). Die Arbeitsgruppe dankt Dr. Annika Notbohm, Neuropsychologin von Gesundheit Nord/Klinikverbund Bremen für die praktischen Hinweise zur Durchführung von kognitiven Trainings und Stimulation.
  3. Amieva H, Robert PH, Grandoulier AS, et al. Group and individual cognitive therapies in Alzheimer’s disease: the ETNA3 randomized trial. Int Psychogeriatr. 2016;28(5):707-717. doi:10.1017/S1041610215001830
  4. Cogthera, verfügbar unter https://cogthera.de/, Zugriff am 25.02.2025.
  5. Memodio, verfügbar unter https://memodio-app.com/, Zugriff am 25.02.2025. (Studie mit Memodio mit Registrierungsnummer DRKS00033494)
  6. Song S, Stern Y, Gu Y. Modifiable lifestyle factors and cognitive reserve: A systematic review of current evidence. Ageing Res Rev. 2022;74:101551. doi:10.1016/j.arr.2021.101551.
  7. Livingston G, Huntley J, Liu KY, et al. Dementia prevention, intervention, and care: 2024 report of the Lancet standing Commission. Lancet. 2024;404(10452):572-628. doi:10.1016/S0140-6736(24)01296-0.
  8. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Verzeichnis für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), verfügbar unter https://diga.bfarm.de/de, Zugriff am 27.02.2025.

Verantwortliche für das Kapitel:

  • Dr. med. Sabine Köhler
  • Dr. med. Uwe Meier
  • Prof. Dr. med. Thomas Duning

Redaktion:

  • Dr. Martina B. Sintzel