2 – Erforderliche Ausschlussdiagnostik
Screening auf Symptome einer Depression1,2
Erfassung von Symptomen einer Depression1,2
Anamnese
- Siehe Anamnese, z.B. Hinweise auf affektive Störungen
Häufig eingesetzte Instrumente zur Erfassung depressiver Symptome
Hinweis: Die angegebenen Score-Bereiche sind orientierend zu interpretieren. Insbesondere leichte kognitive Störungen (MCI), leichte Demenzen oder Depressionen bedürfen immer eine klinische Bewertung in der Gesamtschau.
Beck-Depressions-Inventar-Version II (BDI-II)
21 Items, 0-63 Punkte: 1
- Keine Depression bzw. klinisch unauffällig oder remittiert <14 Punkte
- leichtes depressives Syndrom 14-19 Punkte
- mittelgradiges depressives Syndrom 20-28 Punkte
- schweres depressives Syndrom 29-63 Punkte
Geriatrische Depressionsskala (GDS)
15 Items, Score 0–15: 1
- klinisch unauffällig: 0-5 Punkte
- depressive Störung wahrscheinlich: ≥ 6 Punkte
Erfassung möglicher konkurrierender somatischer Erkrankungen1,2
- Für die klinische Untersuchung verweisen wir auf die Checkliste: „Orientierende neuropsychologische / neurologische Untersuchung.“
- Zur Erfassung potentiell konkurrierender Erkrankungen führen Sie im Rahmen der Basisdiagnostik kognitiver Störungen zudem mindestens folgende Blutuntersuchungen durch:
Blutuntersuchungen
- Blutbild
- Elektrolyte (Na, K, Ca)
- GOT
- Gamma-GT
- Kreatinin
- Harnstoff
- CRP
- TSH
- Vitamin B12
- eGFR
CRP: C-reaktives Protein; eGFR: Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate; GOT: Glutamat-Oxalacetat-Transaminase; GT: Gamma-Glutamyltransferase; TSH: Thyroidea stimulierendes Hormon.
Strukturelle Bildgebung1
Fragestellungen für die strukturelle Bildgebung:
- Fokussierte Atrophie (idealerweise quantifiziert nach Scheltens-Skala)1,3,4
- Ausmaß vaskulärer Läsionen (idealerweise quantifiziert, z.B. nach Fazekas)5,6
- Ausschluss raumfordernder, ischämischer oder anderen Ursachen.
Strukturelles Bildgebungsverfahren 1,2
Erste Wahl: Magnetresonanztomographie (MRT)
Vorschlag: Diagnostische MRT-Sequenzen mit Fragestellungen.
MRT-Sequenz und Schnittebene | Identifizierbare Neurodegenerationsmuster |
sagittale oder coronare MPRAGE | fokale Atrophiemuster |
sagittale oder coronare 3D FLAIR | Ausmaß vaskuläre Läsionen |
SWI oder T2* | Mikroblutungen/Amyloidangiopathie? |
FLAIR: Fluid Attenuated Inversion Recovery; MPRAGE: Magnetization Prepared Rapid Acquisition with Gradient Echo; SWI: Susceptibility weighted imaging.
Alternative Methode: craniale Computertomographie (cCT)
Das MRT ist deutlich sensitiver als cCT, insbesondere bzgl. behandelbarer Ursachen. Das cCT ist eine Alternative bei fehlender MRT-Fähigkeit.