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Körperliche Aktivierung
Empfehlungen gemäß S3 Leitlinien1
- Patienten in allen Stadien der Alzheimer Erkrankung, sofern durchführbar
- Körperliches Training zur Verbesserung der Kognition bzw. der Alltagsfunktionen
- Kraft- und Funktionstraining mit einer Ausdauerkomponente (aerobes Training) unter Berücksichtigung des Grades der geistigen und körperlichen Beeinträchtigung.2 Größter Effekt bei 150 Minuten pro Woche.1
- Durchführung i.d.R. von Physiotherapeut:innen/Bewegungstherapeut:innen oder Sporttherapeut:innen
Körperliche Aktivierung / Körperliches Training
Körperliches Training umfasst Krafttraining und/oder aerobes Training und hat zum Ziel, kognitive Fähigkeiten zu erhalten sowie Alltagsfunktionen zu fördern.
Die Evidenz für die beiden Ziele (Verbesserung der Kognition bzw. der Alltagsfunktionen) wurde in den S3 Leitlinien als niedrig (⊕⊕⊝⊝) beurteilt, da es nur wenige größere doppelblinde Studien gibt. Der Empfehlungsgrad unterscheidet zwischen körperlichem Training zur Verbesserung der Alltagsfunktionen (⇑⇑) und demjenigen zur Verbesserung der Kognition (⇑).1 Ein Training von etwa 150 Minuten mäßig intensiver Bewegung pro Woche soll den größter Effekt auf die kognitiven Funktionen haben. Körperliche Aktivität hat weitere positive Effekte bei Menschen mit Demenz und leichter kognitiver Störung, wie beispielsweise körperliche Fitness.1
Für körperliches Training besteht kein relevantes Schadensrisiko. Mehrheitlich ist es wohl eine gewünschte Therapieforme. Falls die Intervention von der betroffenen Person als unangenehm oder überfordernd erlebt wird, kann sie abgebrochen oder modifiziert werden.1
Verfügbarkeit
Die Therapie ist im ambulanten und stationären Umfeld grundsätzlich verfügbar, aber in der konkreten Verfügbarkeit am Ort variabel. Angeleitetes Training ist in der Verfügbarkeit limitiert. Lokale Sportangebote sollten bezüglich der Möglichkeit der Teilnahme von Menschen mit Demenz geprüft werden.